Leitbild des Deutschen Salzmuseums LĂŒneburg/ Industriedenkmal Saline LĂŒneburg

Das Leitbild des Deutschen Salzmuseums ergibt sich aus der geĂ€nderten Vereinssatzung des Fördervereins, dem Förderkreis Industriedenkmal Saline LĂŒneburg e.V.  vom 17.8.1988:
Der Verein bezweckt die Erhaltung der Anlagen der 1980 geschlossenen LĂŒneburger Saline als bedeutendes  technisches und industrielles Kulturdenkmal. Er unterstĂŒtzt alle Maßnahmen, die die wichtigste und Ă€lteste wirtschaftliche Einrichtung  der Stadt fĂŒr die Nachwelt und Allgemeinheit  sichern und bewahren. DarĂŒber hinaus strebt der Verein den weiteren Ausbau des Museums zu einem „Deutschen Salzmuseum“ von ĂŒberregionalem Rang an.

Themenschwerpunkte des Deutschen Salzmuseums sind die Salzgeschichte  LĂŒneburgs im Rahmen der Stadtgeschichte im Besonderen und die Bedeutung des Salzes in Vergangenheit und Gegenwart im Allgemeinen. Das Museum stellt die Geschichte der Salzproduktion in LĂŒneburg dar, ordnet aber auch gleichzeitig die Bedeutung des lebenswichtigen Naturstoffes Salz in den historischen Prozess der Zivilisation ein.
Dem Titel Deutsches Salzmuseum gerecht werdend, werden die regionalen Aspekte in den Kontext der Salzgewinnung und -verarbeitung auf nationaler und internationaler Ebene gestellt.



Zielsetzung

Übergeordnetes Ziel eines Museums ist die Förderung des historischen Bewusstseins. Es ermöglicht ein besseres VerstĂ€ndnis gegenwĂ€rtiger gesellschaftlicher Entwicklungen und ZusammenhĂ€nge und befĂ€higt damit zu einer aktiven Teilnahme am Diskurs zukĂŒnftiger Themen und Fragen.
 
Dieses allgemeine bildungspolitische Ziel wird im Deutschen Salzmuseum konkret umgesetzt. Die Themenkomplexe Die Geschichte der Salzproduktion in LĂŒneburg und Salz mit ihren vielfĂ€ltigen Aspekten (stadtgeschichtlich, wirtschaftsgeschichtlich, sozialgeschichtlich, kulturgeschichtlich, naturgeschichtlich, volkskundlich etc.) eignen sich dazu in besonderer Weise.
Salz ist neben dem Rohstoff Eisen das zweite „Leitfossil“ der Sozial– und Wirtschaftsgeschichte.  Es dient daher hervorragend als Vehikel zum Transport allgemeiner Inhalte der Sozial– und Wirtschaftsgeschichte durch die Jahrhunderte.

LĂŒneburg und das Salz sind untrennbar miteinander verbunden. LĂŒneburg als 1000-jĂ€hrige Salzstadt ist unter den deutschen StĂ€dten einzigartig. Was ist das Besondere an dieser Stadt? Worin unterscheidet sie sich von anderen StĂ€dten? Welche Rolle spielen dabei die Saline und ihr Salz? Ausgehend von diesen Fragestellungen setzt sich das Salzmuseum das Ziel, die Alleinstellungsmerkmale dieser Stadt hervorzuheben und seinen Besuchern anschaulich zu vermitteln; ein Aspekt, der einerseits stark IdentitĂ€t stiftend auf die Bewohner der Region wirkt, andererseits besonders in Hinblick auf den stark expandierenden Tourismus in LĂŒneburg von großer Bedeutung ist. Den GĂ€sten der Stadt wird ein interessanter und spannender Einstieg zum Kennenlernen der Stadt und ihrer Umgebung geboten.

Das Museum sieht seinen Auftrag nicht nur in der Erhaltung und Sinngebung historisch gewachsener Überreste und Überlieferungen, sondern  sucht auch die Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Es beschĂ€ftigt sich mit der Entwicklung und den Problemen eines fĂŒr die gesamte Menschheit unverzichtbaren Naturstoffes und Wirtschaftsgutes. Dabei  wird die ĂŒberwiegende Wahrnehmung des Salzes als Lebens- und Konservierungsmittel revidiert und erweitert. Salz als einer der wichtigsten Rohstoffe der chemischen Industrie gerĂ€t in das Blickfeld. Salz im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Technik und Natur stellt sowohl den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Salzmuseums als auch  seinen Besuchern viele Fragen, fĂŒr die gemeinsam zukunftsweisende Antworten gefunden werden mĂŒssen.



TĂ€tigkeiten

Die Arbeit des Deutschen Salzmuseums unterliegt dem vom Internationalen Museumsrat (ICOM) festgelegten ICOM code of ethics for museums und den Standards fĂŒr Museen des Deutschen Museumsbundes (DMB).
Das Salzmuseum geht von einem dualen MuseumsverstÀndnis aus. Es sieht sich dabei sowohl dem Sammlungsgut als auch seinen Besuchern verpflichtet.
Entsprechend den ICOM-Richtlinien gehören dazu das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Dokumentieren der SachĂŒberreste auf der einen Seite als auch das besucherorientierte Ausstellen und Vermitteln  auf der anderen Seite.

a. Sachorientierung

Das Deutsche Salzmuseum sammelt Quellen und SachĂŒberreste zur Geschichte des Salzes und der Stadt LĂŒneburg. Die Sammlungen zum Themenkomplex Salz allgemein  sind weltweit angelegt, sie beschrĂ€nken sich nicht nur auf die historische Dimension.  Das Salzmuseum hat  umfangreiche Sammlungen besonders zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte LĂŒneburgs, einschließlich der Alltags- und Arbeitsgeschichte  des 19. und 20. Jahrhunderts aufgebaut.

Die Sammlungen sind als kulturelles Erbe fĂŒr zukĂŒnftige Generationen zu inventarisieren, zu bewahren, zu pflegen und gezielt auszubauen.
Eine verstĂ€rkte Zusammenarbeit mit anderen historischen KulturtrĂ€gern zum Zwecke der Erschließung und bestmöglichen Konservierung des Sammlungsbestandes wird angestrebt.
Die Erforschung der SammlungsbestĂ€nde ist Grundlage und Voraussetzung fĂŒr die wissenschaftlich fundierte Vermittlungsarbeit des Museums. Ihre Ergebnisse werden in Ausstellungen prĂ€sentiert, in BĂŒchern, Katalogen etc. publiziert und in VortrĂ€gen zur Diskussion gestellt. Museumsspezifische Forschung erfolgt im Deutschen Salzmuseum besonders in Rahmen von Sonderausstellungen.

b. Besucherorientierung

Das Deutsche Salzmuseum will ein Museum fĂŒr Alle sein. Besucher jeglichen Alters, Geschlechts und Herkunft sollen unabhĂ€ngig von ihrem Bildungsgrad Zugang zum Museum haben und sich als GĂ€ste willkommen fĂŒhlen.
Die in den ICOM-Richtlinien geforderte Barrierefreiheit ist in diesem Fall nicht nur wörtlich, sondern auch im ĂŒbertragenen Sinne zu verstehen. Die MuseumsgebĂ€ude und die musealen Inhalte mĂŒssen fĂŒr Jeden leicht zugĂ€nglich sein. Hemmschwellen und BerĂŒhrungsĂ€ngste mĂŒssen abgebaut werden.
Die Ausstellungen  des Museum sind allgemeinverstĂ€ndlich und ansprechend aufzubauen. Das museumpĂ€dagogisch fundierte Vermittlungskonzept orientiert sich an den unterschiedlichen BedĂŒrfnissen und Erwartungen der Besucher. Dazu ist eine genaue Kenntnis der Zielgruppen unabdingbare Voraussetzung. In regelmĂ€ĂŸigen Befragungen werden die MuseumsgĂ€ste um ihre EinschĂ€tzungen, Erfahrungen, Voraussetzungen, WĂŒnsche, Gewohnheiten etc. gebeten.
Als außerschulischer Lernort ist der Besuch des Deutschen Salzmuseums  ein fester Bestandteil des Unterrichtsplans der Schulen von Stadt und Landkreis LĂŒneburg. Die SchĂŒler lernen das Museum als einen vielseitigen Ort kennen, der ihnen nicht nur neue Wege des aktiven Lernens ermöglicht, sondern ihnen auch Unterhaltung und Erbauung bietet. Das Museum wird fĂŒr sie zukĂŒnftig zum Ort des „lebenslangen Lernens“, und bleibt nicht auf einen einmaligen schulischen „Pflichtbesuch“ beschrĂ€nkt. Als Multiplikatoren wirken sie in ihre Familien und andere Bezugsgruppen hinein und motivieren diese zum Museumsbesuch. Das Salzmuseum bleibt auch zukĂŒnftig in einem  stĂ€ndigen Austausch mit anderen BildungstrĂ€gern.
Neben der Dauerausstellung gehören  Wechselausstellungen zu den unverzichtbaren MuseumsaktivitĂ€ten. Besonders Besucher aus dem nĂ€heren regionalen Umkreis werden damit zu wiederkehrenden Museumsbesuchen angeregt. Auch Sonderveranstaltungen, Begleitprogramme zu den Wechselausstellungen, ein breites museumspĂ€dagogisches Zusatzangebot Publikationen und „salzige StadtfĂŒhrungen“ tragen zu einem lebendigen Museum bei.
Voraussetzung fĂŒr das Gelingen einer besucherorientierten Museumsarbeit ist die gute sachliche und fachliche Ausbildung sowie die Einsatzfreude der MuseumsmitarbeiterInnen. Diese werden entsprechend geschult und auf die Betreuung oder FĂŒhrung der unterschiedlichsten Besuchergruppen vorbereitet. FĂŒhrungen in Fremdsprachen sind Standard. Auch FĂŒhrungen auf Plattdeutsch und zu speziellen Themen werden angeboten.
Im Jahre 1991 wurde das Deutsche Salzmuseum mit dem Museumspreis des Europaparlamentes fĂŒr seinen Beitrag zum VerstĂ€ndnis der kulturellen Vielfalt Europas ausgezeichnet. Das  Europaparlament wĂŒrdigte das Museum als Avantgarde des neuen hands on museums und verlieh die Auszeichnung fĂŒr die allgemein anschauliche Darstellung von Sachverhalten.
Das Salzmuseum fĂŒhlt sich dieser Beurteilung in seiner Arbeit verpflichtet und versucht, ihr auch in Zukunft gerecht zu werden.  

Kooperationen  

Das Deutsche Salzmuseum arbeitet mit zahlreichen Partnern aus den Bereichen  Bildung, Wissenschaft, Kultur, Freizeit, Sozialwesen, Politik, Wirtschaft, Medien eng zusammen.
Durch seine regionale und ĂŒberregionale Vernetzung wird das Museum zu einem Veranstalter und Gastgeber, der das kulturelle Leben der Stadt und des Landkreises LĂŒneburg in vielfĂ€ltiger Weise bereichert. Die intensiven Kooperationen schaffen Synergie-Effekte, verstĂ€rken die QualitĂ€t und Vielfalt  der Arbeit und erreichen neue Besuchergruppen.

Förderer des Museums

Der Fördererverein Industriedenkmal Saline LĂŒneburg e.V. ist durch sein hohes ehrenamtliches Engagement ein wichtiger UnterstĂŒtzer der Arbeit des Deutschen Salzmuseums. Seine Mitglieder sind wertvolle Multiplikatoren der Anliegen des Salzmuseums auf allen gesellschaftlichen Ebenen.  Das Museum ist bestrebt, stets neue Förderer zu gewinnen und sie zur aktiven Mitwirkung am Museumsgeschehen zu motivieren. Besondere Angebote und Programme dienen dazu als Anreiz.

Zukunftsorientierung

Mit der Erweiterung und der NeuprĂ€sentation seiner Sammlungen stellt sich das Deutsche Salzmuseum den Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Besucherorientierung, das kontinuierliche Sammeln, Bewahren und Erforschen des historischen Erbes aber auch die BeschĂ€ftigung mit zukunftsrelevanten Fragen bestimmen sein zukĂŒnftiges Handeln.
Als attraktives Kultur- und Freizeitangebot stellt es einen bedeutenden Faktor in der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt dar.

Das Deutsche Salzmuseum ist bestrebt, in allen Bereichen professionelle und qualitĂ€tsvolle Arbeit zu leisten. Um dieses zu gewĂ€hrleisten und zukĂŒnftig zu halten, ist eine langfristige Sicherung der notwendigen Ressourcen in personeller, finanzieller, technischer und rĂ€umlicher Hinsicht erforderlich. Der Gewinnung von Sponsoren und MĂ€zene fĂŒr Anschaffungen, Dokumentationen und museale Projekte kommt dabei eine große Bedeutung zu.
Das Museum ĂŒberprĂŒft in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden sein Leitbild, um es den verĂ€nderten gesellschaftlichen und museologischen Anforderungen anzupassen. Nur so kann es auch  weiterhin als ein lebendiger Ort der Kulturpflege und der Begegnung, als ein Zentrum fĂŒr Bildung und Unterhaltung regional und ĂŒberregional wahrgenommen werden.